Samstag, 15. August 2026, 15:00 Uhr
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Die gefährlichste Form von Intelligenz
Im Gespräch mit Manova und Transition TV erläutert die Philosophin Gwendolin Walter-Kirchhoff, inwiefern unreflektiertes Verhalten vielfach darauf zurückzuführen ist, dass Menschen nicht mit sich selbst verbunden sind.
Sind wir wirklich so klug, wie wir glauben? Oder haben wir nur gelernt, unseren eigenen Vorteil immer raffinierter zu verfolgen? Nach der großen Resonanz auf ihre ersten beiden Gespräche treffen sich Elisa Gratias und die Philosophin Gwendolin Walter-Kirchhoff erneut. Diesmal gehen sie einer Frage nach, die unser gesamtes Selbstverständnis erschüttern könnte: Was, wenn unsere Gesellschaft Klugheit mit Weisheit verwechselt?
Wir bewundern Intelligenz, Bildung und Cleverness. Doch führen sie tatsächlich zu besseren Entscheidungen? Oder haben wir eine Kultur geschaffen, in der Klugheit vor allem bedeutet, den eigenen Vorteil zu sichern — oft auf Kosten des größeren Ganzen?
Gwendolin Walter-Kirchhoff unterscheidet konsequent zwischen Klugheit und Weisheit. Klugheit kann Macht organisieren, Systeme optimieren und Gewinne maximieren. Weisheit dagegen erkennt Zusammenhänge, denkt in Generationen statt Quartalen und fragt nach den Folgen unseres Handelns.
Warum treffen hochintelligente Menschen manchmal die zerstörerischsten Entscheidungen? Weshalb lernen viele erst durch Schmerz? Und was geschieht mit unserem Denken, wenn wir Traumata, Ängste oder unbewussten Mustern folgen?
Warum fällt es uns so schwer, Irrtümer einzugestehen? Weshalb verteidigen wir Überzeugungen, obwohl das Leben längst andere Signale sendet? Und beginnt Weisheit vielleicht genau dort, wo wir aufhören, unbedingt Recht behalten zu wollen?
Ein Gespräch, das irritiert, herausfordert und so manche Selbstverständlichkeit auf den Kopf stellt.
Elisa Gratias im Gespräch mit Gwendolin Walter-Kirchhoff
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Elisa Gratias, Jahrgang 1983, ist Redakteurin bei Manova. Sie studierte Übersetzen und Journalismus. 2005 wanderte sie nach Frankreich aus. 2014 zog sie nach Mallorca und arbeitet dort seitdem als freiberufliche Autorin, Übersetzerin und Künstlerin. Von 2018 bis 2023 leitete sie als freie Mitarbeiterin die Mutmach-Redaktion. Zu den Themen Glück, Erfüllung und Gesellschaft schreibt sie auf ihrem Blog flohbair.com. Ihre Kunst zeigt sie auf elisagratias.com.
Henry Sperling, Jahrgang 1967, ist Autor, Filmemacher, Musikproduzent, Illustrator und Synchronregisseur. Aufrecht gehen und Schlagzeug spielen lernte er in der DDR. Ab 1991 produzierte er in Hamburg im eigenen Tonstudio Musik und alles, was man mit einem Mikrofon aufnehmen kann. Ab 1998 schrieb und produzierte er Beiträge für verschiedene Radio- und TV Formate beim WDR, HR, NDR und Radio Europa. Ab 2011 verlieh er bei Extra3 in der Kultserie „Neulich im Bundestag“ sieben Jahre lang unter anderem Angela Merkel, Wolfgang Thierse und Barack Obama seine Synchronstimme. Er ist Mitinitiator der Plattform terra-nova.earth, Autor für den Zeitpunkt und Mitarbeiter bei TransitionTV.
Im Gespräch mit Transition TV und Manova erläutert der Hirnforscher Gerald Hüther die neurologischen Mechanismen, die Menschen in Routinen und Weltbildern gefangenhalten, und führt aus, dass Veränderung nur aus einem selbst kommen kann.