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Durchatmen, um durchzustarten

Durchatmen, um durchzustarten

Manova macht vom 25. Juli bis 4. August eine kurze Veröffentlichungspause und nutzt diese Zeit für persönliche Treffen und strategische Weiterentwicklung des Projekts.

Der politische Diskurs in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und das sowohl auf positive als auch auf negative Weise. Auf der einen Seite hat sich der Rahmen des Sagbaren sichtlich geweitet. Im Jahr 2018 wurde jemand, der etwa behauptete, der US-Präsident sei ein imperialistischer Kriegstreiber, Israel gehe brutal gegen Palästinenser vor oder Deutschland habe ein Problem mit Migration, noch weitaus ungläubiger beäugt. Auch heute stimmt natürlich nicht jeder diesen Aussagen zu, aber sie sind nicht mehr in derselben Weise kontrovers, sondern in Teilen sogar im Mainstream angekommen.

Doch so sehr sich der Debattenraum an manchen Stellen geöffnet hat, so sehr hat er sich an auf der anderen Seite verschlossen. Im Jahr 2018 hätte besagter jemand zum Beispiel problemlos russische Medien wie etwa Russia Today konsumieren und auch verbreiten dürfen. Heute können Privatpersonen strafrechtlich belangt werden, wenn sie einen entsprechenden Link teilen. Wahrscheinlich hätte auch Hüseyin Doğru 2018 über ein pro-palästinensisches Protestcamp berichten können, ohne dass die EU ihm und seiner halben Familie die finanzielle Lebensgrundlage entzieht.

Auch wenn es anders erscheinen mag, ist der Diskurs in Deutschland also nicht freier geworden, sondern lediglich anders. Druck wird seltener ausgeübt, dafür härter.

Vielleicht schließt jemand, der nun nicht mehr aufgrund seines Impfstatus diskriminiert wird, oder am Arbeitsplatz damit durchkommt, nicht zu gendern, deshalb darauf, dass auch der Druck auf alternative Medien nachgelassen hat. Doch dem ist, wie gesagt, nicht so.

Zusätzlich dazu steigt die ökonomische Anspannung gesamtgesellschaftlich, was es uns als Medium ohne große Geldgeber im Hintergrund natürlich schwer macht. Anfang Juli haben wir einen Artikel veröffentlicht, in dem wir davon berichteten, dass wir an finanzieller Ausstattung verlieren und dringend auf Spenden angewiesen sind. Das hat kurzfristig geholfen, und wir möchten uns herzlich bedanken bei allen, die uns daraufhin mit ihrer finanziellen Unterstützung bedacht haben.

Leider war es nicht genug, um unsere Sorge, langsam ausradiert zu werden, gänzlich zu beruhigen. Deshalb sind wir weiterhin darauf angewiesen, dass unser Spendenvolumen steigt. Falls Ihnen Manova also am Herzen liegt, Sie uns regelmäßig lesen und noch nicht unterstützen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie das tun.

Sowohl der ökonomische Druck als auch äußere Widrigkeiten dürfen uns jedoch nicht davon abbringen, uns für das einzusetzen, wofür wir angetreten sind: Journalismus, der neue Perspektiven ermöglicht und einen Rahmen für Debatten auf Augenhöhe bietet.

Abgesehen von Ihrer Unterstützung ist dafür natürlich unsere Kreativität und Kraft gefragt. Für beides wollen wir uns in unserer kurzen Redaktions- und Veröffentlichungspause Raum nehmen. Ab dem 04. August sind wir dann wieder regulär mit Artikeln und Videointerviews für Sie da.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen!


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