Russland testet mobile Laserwaffe gegen Drohnen
Russland hat im Gebiet Leningrad ein mobiles Lasersystem zur Abwehr kleiner Multikopter-Drohnen erprobt. Nach Angaben der Nationalgarde wurde die Anlage auf einem Geländewagen montiert und gemeinsam mit Vertretern der Rüstungsindustrie unter „gefechtsnahen Bedingungen“ gegen verschiedene Drohnenmodelle getestet. Dabei sollen Ziele in unterschiedlichen Entfernungen, Geschwindigkeiten und Höhen bekämpft worden sein; konkrete Leistungsdaten oder unabhängig überprüfbare Trefferquoten veröffentlichte die Nationalgarde jedoch nicht.
Technisch ist das Konzept durchaus plausibel: Laser versprechen extrem niedrige Kosten pro Schuss und eignen sich grundsätzlich zur sogenannten Punktverteidigung gegen kleine Drohnen. Gleichzeitig hängen Reichweite und Wirkung jedoch stark von Wetter, Sichtbedingungen, Energieversorgung und der Zeit ab, in der der Strahl auf dem Ziel gehalten werden kann. Russland arbeitet bereits seit längerem an solchen Systemen. Das Open Source Sicherheitsmagazin Janes berichtete im Frühjahr über ein russisches Laserprojekt mit einer behaupteten Reichweite von bis zu 1,5 Kilometern, weist aber ebenfalls darauf hin, dass viele Angaben aus russischen Staatsquellen stammen. Der Test ist daher vor allem als weiterer Hinweis darauf zu verstehen, wie stark der Krieg in der Ukraine die Entwicklung günstiger Drohnenabwehr beschleunigt hat – nicht als verlässlicher Nachweis, dass Russland bereits über ein breit einsatzfähiges Lasersystem verfügt.